Industrie :
Die Industrie in Polen basiert vor allem auf der Kohleindustrie, dem
Automobilbau, der Maschinen- und Stahlindustrie, einschließlich der
Elektro-, Elektronik-, Verkehrs-, Lebensmittel-, Textil-,
Automobil-, Schiffbau- und Bekleidungsindustrie. Eine große Rolle
spielen auch der Bergbau und die Verarbeitung von Bodenschätzen.
Landwirtschaft :
Der Polnische Agrarsektor beschäftigt 16,1% der Gesamtzahl aller
Beschäftigten, obwohl die Landwirtschaft weniger als 4% des BIP
produziert. Über 2 Millionen private Betriebe nutzen 90% der
Anbauflächen. Polen ist der europäische Marktführer in der
Produktion von Kartoffeln und Zuckerrüben.
Außenhandel :
Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers veränderte sich
auch die Ausrichtung des polnischen Handels. Bereits 1996 entfielen
bereits etwa 70% des Handels auf die Länder der Europäischen Union,
weitgehend auf den westlichen Nachbarn Deutschland.
Arbeitslosigkeit
Bis 1989 gab
es in Polen so gut wie keine Arbeitslosigkeit. Das Problem, mit dem
der Staat zu kämpfen hatte, war eher die Knappheit an Menschen die
Arbeit suchen.
Die
Transformation der Wirtschaft, die im Jahr 1990 begonnen hat,
hat zu drastischen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt geführt. Diese
Veränderungen brachten einen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen
mit sich und bewirkten einen Rückgang der Beschäftigungszahlen.
Vor allem ausschlaggebend für letzteres waren die Prozesse des
Wandels im Bezug auf die Eigentumsverhältnisse, die Umstrukturierung
von bestimmten Bereichen der Verwaltung, der organisatorische Wandel
in Unternehmen und die Veränderungen in der angewandten Technologie.
Als Ergebnis dieser Prozesse entwickelte sich eine zunehmende Zahl
der Arbeitslosen und ein Rückgang der Beschäftigten im öffentlichen
Sektor.
In den ersten beiden Jahren (1990-1991) stieg die Zahl der
Arbeitslosen um mehr als 1 Million Menschen pro Jahr und erreichte
am Ende des Jahres 1991 - 2,2 Millionen Menschen ohne Job - 11,8 % .
In den darauf folgenden Jahren (1992-1993) stieg die
Arbeitslosenquote wesentlich langsamer, erreichte jedoch fast 3
Millionen und lag Ende 1993 bei 16,4%.
Die ersten Anzeichen für eine Verbesserung der Situation auf dem
Arbeitsmarkt wurden aber im Jahr 1994 sichtbar.
In den nächsten Jahren (1994 – 1998) sank die
Arbeitslosenquote systematisch. Auslöser waren das hohe Tempo der
wirtschaftlichen Entwicklung, Änderungen in den bestehenden
Bestimmungen über die Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sowie die
Eindämmung des Prozesses der Umstrukturierung.
Ende 1997 lag die Arbeitslosenquote in Polen das erste mal seit
sieben Jahren unter 2 Millionen.
Ein Wandel kam im darauf folgenden Jahr. Die 1998 begonnene
Reformen (Beschleunigung der Privatisierung - vor allem in der Kohle
- und Stahl-Industrie), ein niedrigeres Tempo des
Wirtschaftswachstums, die Einführung neuer administrativer Teilung
des Landes im Januar 1999 sowie die Reform der Krankenversicherung,
führten zu einer Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt.
Die Zahl der Arbeitslosen überschritt Ende Dezember 2000 die 2,7
Millionen Grenze (15%.), 2001 lag sie sogar bei 18,24 %. Eine
weitere Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt brachte Polen
im Jahr 2003 eine Arbeitslosenrate in Höhe von 19,93%. Diese
überschritt somit die drei Millionen Marke.
Ab dem Jahr 2004 sank die Arbeitslosenzahl in Polen jedoch in
relativ hohem Tempo:
2004 - 18,7% , 2005- 17,6 % , 2006 - 14,2 % , 2007 - 11,4% , 2008 ~
8,5 % bis am Ende 2008 9,5% und am Anfang 2009 - 10,5% bis
11,4 am ende des Jahres - infolge der
Weltwirtschaftskrise.
Als Hauptgründe der positiven Entwicklung werden vor allem das
weiterhin hohe Wirtschaftswachstum (2006/2007 - 6%) und die
Öffnung der Grenzen der alten EU für polnische Arbeiter angeführt.
Die Zahl der Polen, die seit dem 1. Mai 2004 auf der Suche
nach Arbeit ausgewandert sind, ist nicht genau bekannt. Je nach
Quelle spricht man von 1 900 000 - 2 500 000 Personen, inkl.
Familienangehöriger, die ausgewandert , aber teilweise schon wieder
zurückgekommen sind.
Die Polen suchen am häufigsten Arbeit in Großbritannien und Irland.
Dabei sind das meistes junge Menschen im Alter zw. 19 und 29, 30%
davon mit Hochschulbildung.
Schon 2008 ist die Emigrationsrate vermutlich aufgrund von
Arbeitskräftemangel und steigenden Löhnen in Polen zurückgegangen.
Vom 1. Januar 2009 an, erhöhte sich der Mindestlohn in Polen auf
1276 PLN (Bruttogehalt) – dies sind 40% des durchschnittlichen
Einkommens in Polen - ab 2010 sogar 50% - und beträgt 1317 PLN. In dem
schwierigen weltweiten Krisenjahr
2009 hat Polen als einziges Land der EU
ein
Wirtschaftswachstum von etwa 1,7 % zustande
gebracht.
Wirtschaftswachstum
Polen :
2003 3,7%
2004 5,4%
2005 3,3%
2006 6,2%
2007 6,5%
2008 5,4% 2009 1,7%
Größte Firmen in Polen:
PKN Orlen
PGNiN
PKO BP
Telekomunikacja Polska
JSW S.A.
PKP
Poczta Polska
PSE
Fiat Auto Poland
KGHM
General Motors Poland
FSO Motors
Lotos
PZU
Amica Wronki S.A. |