Es lässt nicht genau beziffern, wie viele Polen in Deutschland leben.

Die Schätzungen liegen im Bereich zwischen 1.055.700 (Bevölkerung mit Migrationhintergrund - Mikrozensus 2005) bis zu zwei Millionen Personen (polnische Quellen) mit ganz oder teilweise polnischem Migrationhintergrund. Die Anzahl der Personen mit ausschließlich polnischer Staatsbürgerschaft liegt bei 384.808 (2007), während die Anzahl der Menschen mit sowohl polnischer als auch deutscher Staatsbürgerschaft auf 1,2 Millionen beziffert wird. Die Polen in Deutschland leben insbesondere im Ruhrgebiet, in zahlreichen Ballungszentren wie Hamburg, Berlin und München sowie seit dem EU-Beitritt vermehrt im deutsch-polnischen Grenzgebiet.

 

Botschaften Karte
 

Seit den polnischen Teilungen 1772, 1793 und 1795
und der Einverleibung von Teilen des polnischen Territoriums in den preußischen Staat existierte eine zahlenmäßig starke polnische Minderheit in Deutschland, v. a. in den preußischen Provinzen Posen und Westpreußen. Ab der Mitte des 19. Jh. gab es aber auch, vor allem aus diesen Regionen, verstärkt polnische Zuwanderung ins Ruhrgebiet, so dass dort in machen Kreisen, wie zur Volkszählung 1900 besonders in Recklinghausen (13,8%) oder im Landkreis Gelsenkirchen (13,1%), der Anteil polnischer Bevölkerung beachtlich war, sich aber schnell assimilierte.

Die Anerkennung als nationale Minderheit, die bereits im Deutschen Reich stattgefunden hatte, wurde erst am 7. September 1939, unmittelbar nach Beginn des Polenfeldzugs, durch ein Dekret der Nationalsozialisten widerrufen. Polnische Immobilien und Banken wurden am 3. Juni 1940 beschlagnahmt. Die Führung der polnischen Organisationen wie z. B. des Bundes der Polen in Deutschland (gegr. 1922) wurde ab 25. August 1939 verhaftet, Hunderte wurden in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Buchenwald ermordet.

Mit der Verschiebung der deutsch-polnischen Grenze an die Oder-Neiße-Linie 1945 kamen alle deutschen Gebiete, in denen eine polnische, bzw. slawophone Minderheit seit alters her ansässig war, also in den preußischen Provinzen Oberschlesien, West- und Ostpreußen, zu Polen, so dass seitdem von einer polnischen Minderheit in Deutschland im international gebräuchlichen Sinne dieses Begriffes nicht mehr die Rede sein kann. Bei den innerhalb der jetzigen deutschen Grenzen ansässigen Bürgern polnischer Nationalität handelt es sich um Zuwanderer und Aussiedler, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben.

Im deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag vom 17. Juni 1991 wird offiziell festgestellt, dass in der Bundesrepublik Deutschland eine Bevölkerungsgruppe existiert, die Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die polnischer Abstammung sind oder sich zur polnischen Sprache, Kultur und Tradition bekennen (Art. 20), umfasst. Es handelt sich hierbei mehrheitlich um Aussiedler aus Polen, die zusammen mit polnischen Einwanderern 1,3% (Mikrozensus 2005) bzw. etwa 2,5% (laut polnischen Quellen) der deutschen Bevölkerung ausmachen. Die Angabe einer tatsächlichen Anzahl wird durch die Tatsache erschwert, dass ein Großteil der Aussiedler zwar in Polen geboren wurde, aber aufgrund seiner Deutschstämmigkeit in die Bundesrepublik kam. Diese Personen gelten als Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes und besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft. Da statistische Angaben über das tatsächliche Zugehörigkeitsgefühl dieser Personengruppe zur deutschen oder polnischen Nation fehlen, ist es umstritten, inwieweit Aussiedler der ethnischen Gruppe der Polen in Deutschland zugeordnet werden können. Die Anzahl dauerhaft in Deutschland lebender Personen mit ausschließlich polnischer Staatsangehörigkeit liegt bei 384.808 (2007), was etwa 0,47% der Bevölkerung enstpricht.
 

Die offizielle (Wieder-)Anerkennung einer „polnischen Minderheit“ in Deutschland durch die Bundesregierung steht nicht auf der Tagesordnung. Auch wenn sich im Artikel 20 des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages vom 17. Juni 1991 beide Vertragsparteien verpflichten, die Rechte der in ihren Staatsgebieten ansässigen Personen der jeweils anderen Nationalität zu respektieren, können den Polen in Deutschland – einer jüngst zugewanderten Gruppe – nach Ansicht der Bundesregierung nicht dieselben Rechte wie der deutschen Minderheit in Polen – einer autochthonen, anerkannten Nationalen Minderheit – zugestanden werden. Die Polen in Deutschland werden somit wie andere Zuwanderergruppen, beispielsweise die der Türken oder der Russen, behandelt.

In diesem Zusammenhang zeigte sich 2007 die damalige polnische Außenministerin Anna Fotyga in einem Interview der FAZ besorgt, ihre „Landsleute“, die die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, seien einem Assimilationsdruck von deutscher Seite schutzlos ausgeliefert und drängte auf eine baldige Anerkennung, wie sie die deutsche Minderheit in Polen bekommen hat.

In der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg existierte der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland.

Es gibt zur Zeit keine Dachorganisation, die alle in Deutschland lebenden Polen vertritt. Vielmehr existieren viele kleine Vereine und lokale Gruppen, in denen bei regelmäßigen Treffen die polnische Kultur gepflegt wird.

Eine besondere Rolle kommt in diesem Zusammenhang der Polnischen Katholischen Mission zu, die neben ihrer seelsorgerischen Tätigkeit auch Unterricht in polnischer Sprache für Kinder polnischer Migranten anbietet.

Zu den wichtigsten auf Bundesebene tätigen Vereinen zählen der Bund der Polen in Deutschland und der Polnische Kongress in Deutschland.

 

Polonia auf der Welt
 

Polonia ist die lateinische Bezeichnung für den Staat Polen und wird in der polnischen Sprache für die polnische Diaspora benutzt, die etwa 20 Mio. Menschen in der gesamten Welt umfasst.
Definitionsgemäß gehört zur Polonia jede außerhalb Polens lebende Person, die:

•die polnische Staatsbürgerschaft besitzt (auch wenn diese Person nicht im Besitz eines gültigen Reisepasses bzw. Personalausweises ist),
•die polnische und daneben noch eine weitere Staatsbürgerschaft besitzt,
•die polnische Staatsbürgerschaft nicht besitzt, jedoch polnischer Herkunft ist und sich zum Polentum bekennt.
Das wichtigste Kriterium ist die eigene Herkunft, bzw. die Herkunft der Vorfahren und das Bekenntnis zum Polentum. Die betreffende Person muss hierbei nicht in Polen geboren worden sein. In einigen Quellen werden die Polen in den ehemaligen polnischen Ostgebieten nicht zur Polonia gezählt, da diese nicht aus Polen emigriert sind, sondern sich auf Grund von Grenzverschiebungen nach dem Zweiten Weltkrieg außerhalb des polnischen Staates wiederfanden

Jede Person, die zur Polonia gehört, kann mit den nötigen Beweisen die polnische Staatsbürgerschaft beantragen bzw. die polnische Staatsangehörigkeit feststellen lassen.

 

Zahl der Polonia in verschiedenen Ländern :
 
Argentinien 450.000
Australien 200.000
Belgien 70.000
Brasilien 1.800.000
Bulgarien 2.600
Chile 10.000
Dänemark 20.000
Deutschland 1.000.000 - 2.000.0001
Estland 5.000
Finnland 3.000
Frankreich 1.050.000
Georgien 6.000
Griechenland 50.000
Großbritannien 600.000
Niederlande 50.000
Italien 100.000
Irland 150.000
Island 7.000
Israel 3.900
Jugoslawien 4.500
Kanada 900.000
Kasachstan 100.000
Lettland 75.000
Litauen 300.000
Norwegen 8.000
Neuseeland 6.000
Österreich 55.000
Portugal 3.000
Rumänien 3.550h
Russland 300.000
Schweden 100.000
Schweiz 20.000
Slowakei 10.000
Spanien 35.000
Südafrika 35.000
Tschechien 100.000i
Turkmenistan 5.000
Ukraine 1.000.000j
Ungarn 20.000
USA 9.770.544k
Usbekistan 5.000
Venezuela 4.000
Weißrussland 900.000l

(1)Laut Mikrozensus 2005 in Deutschland, davon 384.808
ausschließlich polnische Staatsbürger (2007).
Die ca. 1,2 Mio doppelten Staatsbürger und vor allem
die ca. 0,5 Mio mit ausschließlich deutscher Staats-
angehörigkeit sind zu großen Teilen Aussiedler und in
Deutschland statistisch nicht erfasst.
Daher ist es umstritten in welchem Ausmaß diese Menschen
zur Polonia gezählt werden können.
Zum Thema Spätaussiedler lesen Sie mehr hier :
Spätaussiedler

 

www.polonia-forum.de

 

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „{Polonia} aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom {16:28, 11. Jul. 2008} und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

und :

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „{Polen in Deutschland}“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom {16:30, 11. Jul. 2008} und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

 
"Virtualpolen Arena"

Fußballstadion der deutsch-polnischen Freundschaft.
Sichere Dir einen Sitzplatz noch vor der EM 2012 in Polen
XVII ŚWIATOWE FORUM MEDIÓW POLONIJNYCH

TARNÓW – ŚLĄSK. 7-14 WRZEŚNIA 2009

 
Webkatalog Polen
www.polen-welt.de
 
 

 

 

PARTNERSEITEN
 

   

Polen Ratgeber © 2009. All rights reserved.

 

immo-suche.net