Polen im Zeitalter Napoleons bis zu der Gegenwart

Weitere Teile :
Die Besiedelung bis zu der Teilung Polens in Provinzen
Die Gründung des Deutschen Ordens 1198 bis zu der dritten Teilung
Polen im Zeitalter Napoleons bis zu der Gegenwart

Polen im Zeitalter Napoleons

Exilpolen mit verschiedenen Oppositionsgruppen sahen eine Hoffnung für die Befreiung und Unabhängigkeit Polens in dem revolutionären Frankreich. Die Hoffnungen konzentrierten sich schließlich auf Napoleon Bonaparte der 1799 die Macht übernahm. Es wurden 3 polnische Legionen als Teil des französischen Heeres aufgestellt (für die Kosciuszko den Oberbefehl ablehnte, weil er Napoleon für größenwahnsinnig hielt und ihm unterstellte, Polen für seine eigene Zwecke zu benutzen).
1806 griff Napoleon Preußen an und im Frieden von Tilsit (Juli 1807) mußte Preußen seinen Gewinn aus der 2. und 3. Teilung Polens sowie den Netzedistrikt abtreten. Napoleon schuf daraus zwei Vasallenstaaten: das Herzogtum Warschau (2,6 Mil. Bew.) und die Freie Stadt Danzig. Nachdem Österreich von Napoleon besiegt war (1809) mußte dieses das gewonnene Westgalizien an das Herzogtum wieder abtreten.
Polnische Nationalhymne

 

Napoleons mißlungener Marsch auf Moskau war für die Polen genauso katastrophal wie für die Franzosen. Nachdem die Russen das Herzogtum Warschau besetzt hatten, trieben sie gemeinsam mit den Preußen Fürst Poniatowski mit seinen Truppen in die selbstmörderische Niederlage bei Leipzig. Die auswegslose Lage in der sich Poniatowski befand, widerspiegelte auch die auswegslose Lage der gesamten polnischen Nation.

Der Wiener Kongreß

Anfang 1815 drohte wegen der polnischen Frage ein bewaffneter Konflikt auszubrechen, doch dann kam ein Kompromiß zustande.
Man berief den Wiener Kongreß (1814-1815) ein. Preußen verzichtete auf das südliche Sachsen und erhielt dafür den westlichen Teil des Herzogtums Warschau (mit Posen, Gnesen, Thorn). Die Wiener Schlußakte von 9.6.1815 legte dann die Grenzen fest, die im wesentlichen bis 1914 Bestand hatten. Der Hauptteil des Herzogtums Warschau wurde als Königreich Polen (Kongreß-Polen), Besitz des russischen Kaisers auf ewig, bezeichnet. Der Westen kam als Großherzogtum Posen an die Preußen. Krakau wurde freie Stadt unter dem gemeinsamen Schutz von Rußland,Österreich und Preußen. So blieb die polnische Frage praktisch weiter ungelöst und Krakau wurde so zur symbolischen Hauptstadt einer verschwundenen Nation.
Kongreßpolen, unter der Verwaltung von Adam Czartoryski, war der liberalste Teil des Russischen Reiches mit mäßigem Wohlstand. Es behielt auch sein eigenes Parlament, Verwaltungs- und Schulsystem.
Ein Aufstand im November 1830, in deren Mittelpunkt ein Anschlag auf den Bruder des Zaren stand. Der Fakt, daß das polnische Parlament Zar Nikolaus als König von Polen ablehnte, da er die Wiederherstellung der polnischer Verfassung und die Vereinigung mit Litauen verweigerte, führte dazu, Zar Nikolaus am (25.1.1831) offiziell als polnischen König abzusetzten. Daraufhin erfolgte eine russische Invasion.
Am Ende des Folgejahres waren die Polen geschlagen und ihre Verfassung wurde außer Kraft gesetzt. Viele Polen gaben jede Hoffnung auf nationale Souveränität auf und kurz darauf setzte die erste große Auswanderungswelle, vor allem nach Amerika, ein. Ebenso mißlang ein Aufstand gegen Österreich im Jahre 1846, das bedeutete auch das Ende der Unabhängigkeit von Krakau. Dieser Rückschlag war einer der Gründe für Polens Passivität bei den Revolutionen, die 1848-49 fast ganz Europa überzogen.
Der letzte große Aufstand gegen die Russen (1863-64) wurde zwar schon von Litauen und Galizien unterstützt, waren aber von vornherein zum Scheitern verurteilt, da es kein stehendes polnische Heer gab. Nach seinem Mißerfolg wurde Kongreßpolen aufgelöst und als Provinz "Weichselland" an Rußland angeschlossen.
Gegen Ende des Jahrhunderts entstanden auch in Polen verschiedene neue politische Parteien und Bewegungen. Die wichtigsten waren: die PPS (Polnische Sozialistische Partei), die in den Städten des russischen Teil Polens tätig war; die Nationalistische Liga, deren Machtbasis in den Rangprovinzen lag; die Bauernbewegung von Galizien; und die Christdemokraten, die unter den schlesischen Katholiken dominierten.
Als größte polnische Gelehrte nach Kopernikus, erhielt Marie Curie-Sklodowska (die in Paris tätig war), zweimal den Nobelpreis. Großen Anteil hatten die Polen als Erbauer von Eisenbahnlinien und Brücken in den Ländern Nord- und Südamerikas. Eine technische Spitzenleistung von Kazimierz Gzowski war die Konstruktion der International Bridge in Kanada, einer Brücke über den Niagara, die Kanada mit den Vereinigten Staaten verband.
Im Bereich der Literatur zogen berühmte Persönlichkeiten die Aufmerksamkeit auf sich: Adam Mickiewic, in Frankreich besonders Wilhelm Apolinary Kostrowicki, mehr als Guillaume Apollinaire bekannt, und in England Joseph Konrad (Jozef Teodor Konrad Korzeniowski). Als Meister des historischen Berichts wurde Henryk Sienkiewicz bekannt, der für sein Roman "Quo vadis?" 1905 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Anfang des 20. Jhd. wurde der Virtuose (Pianist) und Komponist Ignacy Paderewski zum berühmtesten Polen der Welt. Das größte Gut aber hinterließ seinem Volk und der Welt, Frederyk Chopin, mit seinen Werken.

Der 1. Weltkrieg

Die Jahre 1905 - 1914
Infolge der Niederlagen im Krieg gegen Japan (1904-05) brachen im Russischen Reich Unruhen aus, die schnell revolutionären Charakter annahmen. Die Wahlen zur 1. russischen Duma (1906) wurden von der PPS boykottiert. Nach Vorbild der russischen Sozialdemokraten gründete Pilsudski (Vorsitzender der PPS) Kampfgruppen und unternahm mit ihnen (1906-08) Überfälle auf staatliche Kassen und Attentate auf hohe russische Beamte und Offiziere.
Das österreichische Galizien entwickelte sich zu einem halbautonomen polnischen Staatswesen mit polnischen Beamten und einem polnischen Bildungswesen. Hier gründeten die Polen Schützenverbände für die Schulung künftiger Revolutionäre, die ab 1914 in Polen führend wurden.
Die feindselige Haltung, die Rußland seit 1908 gegen Österreich wegen dessen Balkanpolitik einnahm, hatte zur Folge, daß die österreichischen Behörden die polnischen, gegen Rußland gerichteten, Revolutions- und Kriegsvorbereitungen duldeten.


Die Jahre 1914 - 1918
Der Ausbruch des 1.Weltkriegs belebte zwar die Hoffnungen der polnischen Aktivisten, trotzdem folgten etwa 3 Mill. Polen ihren Befehlen und als russische, bzw. österreichische und deutsche Soldaten kämpften sie gegeneinander.
Am 6.8.1914 überschritt eine Kompanie aus dem galizischen Schützenverband die österreichisch-russische Grenze und begann damit, einen Krieg Polens gegen Rußland. Zehn Tage später bildete sich in Krakau das polnische Oberste Nationalkomitee mit dem Ziel, in Anlehnung an Österreich einen polnischen Staat zu schaffen. Im Sommer 1915 eroberten die Mittelmächte Kongreßpolen und einen Teil Litauens. Damit fiel die Hoffnung der Nationaldemokraten auf eine Wiedervereinigung Polens mit russischer Hilfe. Es entstand eine Gruppe Aktivisten, die Polen durch eine Anlehnung an Deutschland und Österreich wiederherstellen wollte.
Österreich strebte ein Kongreßpolen an, um dieses an die Donaumonarchie anzugliedern.
Die deutsche Führung beabsichtigte dagegen, einen Grenzstreifen (von Oberschlesien bis Ostpreußen) abzutrennen und mit Deutschen zu besiedeln.
1916 beschlossen Deutschland und Österreich, ein von ihnen abhängiges Königreich Polen zu errichten.
Nach dem Sturz des Zaren versprach die neue russische Provisorische Regierung am 30.3.1917 den Polen fast völlige Unabhängigkeit (nur militärisch sollte der neue Staat mit Rußland verbunden werden).
15.8.1917 entstand in Lausanne das Polnisches Nationalkomitee, welches bis Ende 1917 von den westlichen Alliierten und den Vereinigten Staaten als Vertretung Polens anerkannt wurde.
Im Oktober 1917 setzten die Mittelmächte, als Gegengewicht zu Lausanne, in Warschau einen polnischen Regenschaftsrat und eine Regierung ein, die weitreichende Kompetenzen hatte.
Am 7.11.1917 siegte in Rußland die bolschewistische Revolution. Danach erklärte Lenin in einer "Deklaration der Rechte der Völker Rußlands" ein Recht auf Selbstbestimmung bis hin zur Abtrennung und Bildung von selbständigen Staaten.(In der Hoffnung, daß die für die nächste Zukunft erwartete proletarische Weltrevolution die Grenzen der Nationalstaaten ohnehin belanglos machen würde).
Am 3.3.1918 mußte Sowjetrußland in Brest-Litowsk den von den Mittelmächten diktierten Frieden unterschreiben und verzichtete dabei u. a. auf Polen, Litauen und Kurland.
Schon am 22.1.1917 hatte der amerikanische Präsident Wilson sich vor dem Senat für die Schaffung eines geeinten, unabhängigen und selbstständigen Polens ausgesprochen.
Am 9.11.1918 wurde im besiegten Deutschland die Republik ausgerufen. Nach dem Waffenstillstand (vom 11.11.) wurde Pilsudski als Staatsoberhaupt Polens vereidigt.
Das neue Polen besaß kein exakt umrissenes Gebiet. Anfangs bestand es aus der deutschen und der österreichischen Besatzungszone, deren Mittelpunkte Warschau, Lublin und Westgalizien und einen Monat später Wielkopolska waren. Infolge der Pariser Konferenz erhielt Polen den polnischen Korridor, einen Streifen Land mitten durch Königspreußen und damit einen Zugang zur Ostsee. Mit diesem Beschluß war Ostpreußen vom restlichen Deutschland abgeschnitten und Danzig, das überwiegend deutsch bevölkert war, erhielt den früheren Status als Stadtstaat zurück. Die endgültigen Grenzen Polens wurden aber erst im Laufe der drei folgenden Jahre festgelegt.

Nachkriegszeit 1919 - 1939

Der polnisch-sowjetische Krieg im Jahr 1919-20 beeinflußte am nachdrücklichsten den Verlauf der Landesgrenzen. Polen eroberte einen beträchtlichen Teil der östlichen Gebiete des alten polnisch-litauischen Unionsgebietes, und dieser Erwerb wurde mit dem Vertrag von Riga 1921 bestätigt.
Andere Grenzstreitigkeiten wurden mit Hilfe von Volksentscheiden geregelt, die der neugegründete Völkerbund durchführte. Der wichtigste Volksentscheid wurde um Schlesien durchgeführt. Die Deutschen gewannen so knapp, daß dies eine Aufteilung der Provinz rechtfertigte. Polen erhielt den größten Teil des Ballungsraumes von Katowice, um dem Land eine solide industrielle Grundlage zu verschaffen.
1922 lehnte Pilsudski ab, an den Präsidentschaftswahlen teilzunehmen, da dieses Amt seine Meinung nach mit zu wenig Macht ausgestattet war, um die Instabilität in Polen zu bekämpfen. Der Gewinner der Wahlen, Gabriel Narutowicz, wurde von Nationalisten verfolgt und ermordet. Danach herrschten in Polen mehrere instabile Regierungen. (Wachsende Inflation & Unzufriedenheit in der Schicht von Heeresoffizieren)
Im Mai 1926 initiierte Pilsudski einen Militärputsch, nachdem das Sanacja-Regime seine Arbeit aufnahm und Pilsudski der Oberbefehlshaber bis zu seinem Tod 1935 im Staat war.
Nach Hitlers Annexion Österreichs im Jahr 1937 und Teilen der Tschechoslowakei unterschrieb sein Außenminister Ribbentrop und dessen sowjetischer Kollege Molotow 1939 den berüchtigten Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen der Sowjetunion und dem nationalistischen Deutschland. Eine Geheimklausel sah eine vollständige Teilung Polens entlang der Flüsse Narew, Weichsel und San vor.

Der Zweite Weltkrieg

Am 1.September 1939 fiel Hitler in Polen ein, und annektierte die freie Stadt Danzig. Sechzehn Tage später zogen die Sowjets in den Ostteil des Landes ein, dabei beriefen sie sich auf die im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte Teilung. (Die Alliierten, die sich verpflichtet hatten, Polen zu verteidigen, reagierten nicht sofort und in der ersten Oktober Woche kapitulierte Polen.)
Millionen von Zivilisten, darunter fast alle polnischen Juden, wurden in den Konzentrationslagern der Deutschen ermordet, zur gleichen Zeit wurden Gefangene der Sowjets nach Osten in den Gulag verschleppt.
Als die Nationalsozialisten den Pakt von 1939 brachen und im Juni 1941 die Sowjetunion überfielen, mußte der polnische Widerstand, angeführt von der Heimatarmee nicht länger an zwei Fronten Kämpfen, denn daraufhin ging Stalin ein Bündnis mit Sikorski ein.
Nach dem Sieg im Stalingrad einigte sich Stalin auf der Konferenz in Teheran im November 1943 mit Großbritannien und den USA über die künftigen Einflußsphären in Europa. Dabei setzte er durch, daß Polen nach dem Krieg dem sowjetischen Lager zugeschlagen wurde. Ebenso bestand er darauf, daß die Sowjetunion, die 1939 annektierten Gebiete behalten durfte.
Während der Befreiung Polens 1944 setzten die Sowjets eine polnische Regierung ein. Die Möglichkeit, eine echte polnische Herrschaft wiederherzustellen, hing weitgehend vom Warschauer Aufstand gegen die Deutschen ab. So mußte die Heimatarmee, als die Sowjets schon vor Warschau standen, handeln. Während des anschließenden Blutbades blieb die Rote Armee abwartend in ihren Stellungen. Die Aufständischen wurden Anfang Oktober geschlagen und Warschau wurde ganz zerstört.
Der Krieg auf polnischem Boden ging im April durch ein Waffenstillstand zu Ende. Insgesamt starben 25% der Bevölkerung Polens und das gesamte Land wurde verwüstet, die Industrie war lahm gelegt.
Die Verluste im Osten, darunter Lwow und Vilnius, beides Zentren der polnischen Kultur, verursachten in den folgenden zwei Jahren, daß sich Millionen von Menschen von einem Ende des Landes zu anderem aufmachten. Als Ausgleich bekam Polen nach einer Unterbrechung von 700 Jahren Pommern, das industriell wertvolle Schlesien, sowie die Stadt Danzig (später Gdansk benannt) wieder zurück.
Auf Grund des militärischen und politischen Diktats der Besatzungsmacht ergriffen die polnischen Kommunisten die Macht. Zu dieser Zeit war die politische Opposition zersplittert und schwach und um der Verhaftung zu entkommen verließen viele Oppositionelle 1947 das Land wieder. Es wurde die Polnische Arbeiterpartei unter Generalsekretär Wladislaw Gomulka gegründet.
In den Wahlen 1947 wurde der politische und wirtschaftliche Weg für Polen festgelegt. Die Kommunisten und Sozialisten anfangs im Demokratischem Block vereint, verschmolzen gezwungener Maßen zur PZPR = Vereinigte Polnische Arbeiterpartei.

Das kommunistische Polen in den Jahren 1947 - 1955

Die polnische Geschichte der Jahre zwischen 1947 und 1955 muß man vor dem Hintergrund des beginnenden kalten Krieges betrachten. Nach der Berlin - Blockade 1948, der Gründung der NATO 1949 und der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland betrachtete die Sowjetunion ein stabiles kommunistisches Polen als Grundkomponent der eigenen Verteidigung.
Die Außenpolitik wurde von Moskau bestimmt, so daß Polen auch dem Warschauer Pakt beitrat, in der Innenpolitik blieb den Polen aber noch ein gewisser Handlungsspielraum. Es wurden auch in Ungnade gefallene Politiker nicht hingerichtet, wie im restlichen Osteuropa und gegen die Oppositionellen wurde nicht so brutal vorgegangen, wie in den übrigen osteuropäischen Staaten. 1952 bekräftigt eine neue Verfassung die führende Rolle der PZPR, die Macht lag jetzt beim Politbüro, im Zentralkomitee und in der neugebildeten Wirtschafts- und Verwaltungsbürokratie. Die katholische Kirche blieb in einem gewissen Umfang politisch und kulturell unabhängig.
Die Verstaatlichungen sollten durch den ersten Dreijahresplan und den darauf folgenden Sechsjahresplan beschleunigt werden. Es folgte der Aufbau einer bedeutender Eisen- und Stahlindustrie, einem intensiven Abbau in den schlesischen Bergwerken und die Schaffung einer ungeheuren Schiffbauindustrie an der Ostseeküste. Die Kollektivierung der Landwirtschaft erwies sich jedoch als undurchführbar, das Programm wurde langsam gebremst und zuletzt stillschweigend aufgegeben. Bedeutend war in dieser Zeit, daß zum ersten mal in der Geschichte Polens, eine Industriearbeiterklasse in den Städten geschaffen wurde.
Die Zuspitzung der wirtschaftlichen Krise in den Jahren 1956 - 1980
Genau wie in Ungarn gab es auch in Polen 1956 die erste große politische Krise. (Die Intellektuellen forderten grundsätzliche Änderungen und die Bevölkerung stand den Exzessen des Stalinismus immer ablehnender gegenüber.)
Im Juni 1956 gingen die Arbeiter in Poznan für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne auf die Straße. Der Protest eskalierte und bei dem Zusammenstoß mit dem Machtapparat kamen 80 Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Das spaltete die Partei, und die Vertreter der harten Linie drängten den Verteidigungsminister General Rokossowski, die Führung zu übernehmen. Schließlich setzte sich Gomulka mit seinen überzeugenden Reformversprechen durch. Dies hatte fast die Invasion der Kräfte der Warschauen Paktes provoziert.
1970 erkannte die BRD die bestehenden Grenzen Polens an. Einige Tage später wurden die Preise für Lebensmittel enorm angehoben und es breiteten sich Proteste ausgehend von der Ostseeküste aus, so daß man von einem nationalem Aufstand sprechen konnte. Es wurde nach freier Presse und freien Gewerkschaften verlangt. Nach der Aussöhnung mit Deutschland öffnete sich für Polen der Zugang zu den westlichen Finanzmärkten, wo sie hohe Kredite aufnahmen.
1978 wurde der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyla zum Papst Johannes Paul II. gewählt. Er wurde für die Polen zum Symbol der kulturellen Identität Polens und des internationalen Einflusses.
Die ersten Streiks in Polen - Die Jahre 1980 bis zur Gegenwart
Als 1980 erneut die Lebensmittelpreise um 100% stiegen, trat unter der Leitung des Elektrikers Lech Walesa die Gdansker Werft in den Streik, dem sich Intellektuelle und Aktivisten der Opposition anschlossen. Sie verlangten die Abschaffung der Parteiprivilegien, die Freilassung der politischen Gefangenen, Pressefreiheit, Streikrecht, freie Gewerkschaften, offene Diskussion über die Wirtschaftskrise und im Fernsehen übertragenen katholische Messen. Aber wie man 1968 gelernt hatte, betonte die Opposition daß sie: "weder beabsichtigt, die Grundlagen der Sozialistischen Republik in unserem Land, noch seine Stellung in internationalen Beziehungen zu bedrohen".
Nach dem Gdansker Abkommen vom August 1980 treten der freien Gewerkschaft Solidarnosc über 75% der 12,5 Mil. Arbeitnehmer Polens bei.
1981 verschärfte sich die Wirtschaftskrise, da die Solidarnosc aber keinen aktiven Einfluß auf die Wirtschaft besaß, konnte sie diese nur zum Stehen bringen. So wird nach endlosen Streikwellen im Dezember 1981 das Kriegsrecht eingeführt und die Solidarnosc wurde verboten. Erst nach dem zweiten Besuch des Papstes (1983) wurde das Solidarnosc-Verbot aufgehoben. Die Verschuldung des Landes hatte eine astronomische Summe von 39 Mill. US-Dollar erreicht, die gesamte Produktion wurde durch Unruhen behindert und die Löhne sanken.
1988 erkannte Jaruzelski seine politische Niederlage und die Niederlage der Partei und akzeptierte eine Machtteilung. Dieser Machtverzicht wurde nur durch die politische Wende von Politikern wie Gorbatschow im Kreml möglich.
In den Wahlen 1989 erlitten die Kommunisten eine Niederlage und die Solidarnosc gewann jeden Sitz, um den sie sich beworben hatte, es folgte eine von der Solidarnosc gebildete Regierung.
Die PZPR stimmte in Januar 1990 über die eigene Auflösung ab, sie spaltete sich in zwei sozialdemokratische Strömungen.
Die Regierung verkündete ein Sparprogramm, das weitaus strenger war,als alles was das kommunistische Regime vorher je verordnet hatte. Damit konnte zwar die Inflation unter Kontrolle gebracht werden, aber der Lebensstandard ist weiter gefallen und die Arbeitslosigkeit stieg die erste Jahre stark an.

Im Jahr 1990 wird Lech Walesa wird zu polnischen Präsident gewählt . Im Jahr 1991 finden die erste demokratische Wahlen seit 1926 (17.10.) statt und die Aufnahme Polens in den Europarat (06.11.). 1992 Inkrafttreten der "Kleinen Verfassung" (07.12.). Im Jahr 1995 wird Aleksander Kwasniewski Präsident.1996 tritt Polen zur OECD (22.11.) bei. 1997 Inkrafttreten der neuen Verfassung am 17.10.; Parlamentswahlen (21.09.) 1999 wird Polen in die NATO aufgenommen(12.03.)

Seit dem 1 Mai 2004 ist Polen Mitglied der EU.
 
 

 

Literaturverzeichnis:
•1. Enno Meyer: Grundzüge der Geschichte Polens Darmstadt:Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 3.Auflage, 1990
•2. Maria Bogucka: Das alte Polen Leipzig: Urania-Verlag 1.Auflage 1983
•3. Alexander Gieysztor, Stanislaw Herbst, Boguslaw Lesnodorski: Tausend Jahre Polen,, Warszawa: Verlag Interpress, 1976

Vordiplomarbeit, Fachrichtung Malerei an der Hochschule für Malerei und Grafik in Leipzig Martin Kreim

 
 
Polen Unterkunft
www.polen-pension.de
 
Webkatalog Polen
www.polen-welt.de
 
 

 

 

PARTNERSEITEN

Martin Kreim
Homepage

   

Polen Ratgeber © 2009. All rights reserved.

 

immo-suche.net